Co-Creation

Lego@Work: Auf was es bei der Arbeit mit Lego ankommt

By 21. Februar 2018 No Comments

Mit Lego hat fast jeder schon gespielt! Doch eignet sich Lego auch für die Entwicklung von Services und Innovationen? Immer wieder werde ich auf meine Arbeit mit der Kreativ-Methode Lego® Serious Play® angesprochen. Viele Kunden können sich die „Spielerei“ nicht vorstellen. Und um ganz ehrlich zu sein: Für vieles und viele passt Lego als Werkzeug auch nicht!

Deshalb ist beim Einsatz von Lego Achtsamkeit geboten. Das Spielen mit den bunten Steinen kann im Business Kontext, wenn nicht klug vorbereitet und richtig angeleitet rasch zu nachhaltigen Irritationen und Überraschungen führen. Denn Lego löst Interpretationen auf, macht Zusammenhänge sichtbar und reduziert Komplexität.

Haben Sie Spaß und nehmen Sie ihn ernst!

Lego ist unkompliziert in der Anwendung und variabel einsetzbar. Das Bauen mit Lego führt rasch zu konkreten Ergebnissen die durch das Hinzu- und Wegnehmen von Steinen und Personen flexibel Veränderungen erlauben. Ideal also für die Arbeit im Kreations-Modus.  Probleme, Geschichten oder Prozesse sind in der kleinen Welt spielerisch darstellbar und werden durch die bunten 3D Modelle rasch begreifbar und veränderbar. Der Spaßfaktor ist garantiert!

Ich verwende Lego zur Darstellung von IST-Situationen bei Prozessen (Customer Journeys), zum Verstehen von Systemen (Stakeholder Maps) und dem Porototyping von Service Szenarien. Wie sieht der Weg eines Kunden aus? Wer ist Teil eines Ökosystems und dabei wie involviert? Wie interagieren betroffene Akteure? Rasch wird klar, dass es sich bei dieser spielerischern Annäherung um die Rekonstruktion der Realität und nicht selten um eine besondere Form einer Systemischen Aufstellung im Miniaturformat handelt. Jeder der systemische Aufstellungen, egal ob im Bereich der Familie oder im organisatorischen Kontext begleitet, weiß um die Wirkung und Verantwortung, die damit einher geht.

Was mit Lego gut gelingt

Der gut moderierte Einsatz von Lego im Service Design oder Innovationsprozess bietet noch weitere Möglichkeiten:

  • Durch die Konzentration auf ein Modell gelingt es spielerisch die Vorstellungen mehrerer Teilnehmer zu einer Frage zusammenzuführen. Wir sprechen vom „Selben“ und meinen das „Gleiche“. Eine Herausforderung, vor der viele Teams im Design Thinking stehen, wenn es darum geht, Probleme oder IST Situationen zu verstehen und eine gemeinsame Sichtweise zu entwickeln.
  • Ein weiterer Aspekt ist der Einsatz von Metaphern, der durch die vielen unterschiedlichen Legosteine und Personen zustande kommt. Dargestelltes wird aus seinem eigentlichen Bedeutungs-Zusammenhang in einen anderen übertragen. Vergleiche ermöglichen kollektive Gedankenexperimente, die wir im Design Thinking benötigen.
  • Lego ermöglicht das rasche und unkomplizierte überprüfen und weiterentwickeln von Prototypen. Ein Aspekt der besonders beim Testen mit Nutzern zum Tragen kommt. Lego erlaubt uns damit ohne Auswirkungen billig zu Scheitern.

Prinzipiell gilt bei der Arbeit mit Lego: Einfach starten. Manchmal sind Personen vor allem zu Beginn zögerlich. Sie geben vor, nicht zu wissen, was sie bauen sollen. „Ich habe ja alles im Kopf…“  hat mir einmal ein Vorstand erzählt. Genau darum geht es! Wir nutzen mit Lego die Weisheit unserer Hände, um Freiräume in unserem Kopf zu ermöglichen, die wir brauchen, um das neue in die Welt zu bringen.