Transformation

Trip in die Zukunft: Was wir beim Reisen lernen

Lernreisen sind Forschungs-Trips in neue Erfahrungswelten. Teilnehmer lernen von fremden Unternehmen und erlangen in innovativen Ökosystemen Impulse für das eigene Geschäft. Sie erkunden Strategien und sammeln Best Practice. Oft lautet ihre eigentiche Mission: Die Digitalisierung innerhalb des eigenen Unternehmens voranzutreiben. Prominent ins Blickfeld geriet dieses Lernformat für Innovation 2012. Damals ging Kai Diekmann, der ehemalige Chefredakteur der Bildzeitung für ein Jahr ins Silicon Valley, um den Spirit und die Digitalisierungsstrategien kalifornischer Internet-Startups zu erleben und diese, zurück in Deutschland, in den Axel-Springer-Verlag einzubringen. Dieses Vorgehen fand zahlreiche Nachfolger und ist als Impulsgeber für Innovation und Transformation nun auch in der Welt heimischer Unternehmen angekommen.

Sehen. Staunen. Begreifen.

Das Grundprinzip von Lernreisen lautet: Erfahrungen machen am eigenen Leib. Sehen. Staunen. Begreifen. Und das Begriffene später ummünzen in Strategien für das eigene Unternehmen. Was man mit eigenen Augen sieht, hinterlässt viel mehr Eindruck und verankert sich viel stärker als Gelesens in Fachbüchern oder Vorträge von Redner auf Kongressen. Neues Handeln entsteht aufgrund gemachter Erfahrungen.

Vorbereitet ins Neuland

Das Thema und die Inhalte jeder Lernreise werden gezielt vorbereitet. Die Teilnehmer reisen mit konkreten Fragen an. Obwohl jede Lernreise anders und individuell ist, haben sie doch einige feste Charakteristika. Sie laufen über drei bis fünf Tage. Besucht werden in der Regel 10-15 Organisationen auch branchenfremde. Die Tage sind eng getacktet und prall gefüllt. Drei bis vier Gesprächspartner pro Tag sind die Regel. Zudem gibt es Lunch-Vorträge und agile Workshops oder Meetup Besuche am Abend mit regionalen Persönlichkeiten.

Aktiv und explorativ!

Weil die Intensität enorm ist, benötigt es Pausen zum Reflektieren. Lernreisen führen die Teilnehmer bis an die Grenzen ihrer Aufnahmenfähigkeit. Das ist gewollt. Denn so kommt es zu besten Lerneffekten. Um erfolgreich den Transfer ins eigene Unternehmen zu schaffen braucht es den Dreiklang: schauen, schlafen sprechen. Die Teams reflektieren, nachdem sie darüber geschlafen haben, über all das, was sie am Vortag wahrgenommen haben. Dadurch, dass jeder Teilnehmer einen anderen Blick auf die Dinge hat, kommen in den Debriefings Facetten ans Licht, die man alleine nie gehabt hätte.

Entdecken statt suchen!

Pivoting – das im Kontext von Innovationsprojekten zurzeit viel zitierte Schlagwort gilt auch für Lernreisen. Es beschreibt den Effekt, zufällig etwas wertvolles zu entdecken, obwohl man nach etwas anderem geforscht hat. Dazu müssen die Teilnehmer das Unerwartete zulassen. Die spannendsten Begegnungen sind oft nicht dort, wo man sie vermutet. Auf einer Lernreise passiert deshalb ganz viel am Rand!

Mindset für Lernreisen

Auf einer Lernreise heißt es: absolut offen sein. Und die Sache mit Ernst, aber auch Gelassenheit und Spaß angehen. Denn die richtige Haltung ist Voraussetzung, um möglichst viele und nachhaltige Lernerfahrungen zu sammeln. Ich gebe meinen Kunden in der Regel Empfehlungen für ihr Mindset mit auf die Reise:

1. Vergessen Sie, was Sie wissen

Lassen Sie Ihre Vorurteile zu Hause und öffnen Sie Ihren Geist für andere Denkarten und Wege, wie Dinge laufen. Je weniger Sie werten und bewerten, desto mehr unterwartete Entdeckungen werden Sie machen und desto mehr Erkenntnisse werden Sie erlangen, die für Ihre Arbeit relevant sind.

2. Seien Sie bereit, Ihre Kompfortzone zu verlassen

Komfortzonen werden nur durch unbequeme Erfahrungen erweitert. Darum ist es wichtig für Sie, individuelle wie kollektive Herausforderungen zu identifizieren. Achten Sie auf jene Bereiche, wo für Sie das Unbehagen beginnt und nehmen Sie sich diese behutsam vor. Sprechen Sie auch angemessen andere Teilnehmer über identifizierte Problembereiche an. Sind Sie ehrlich und sagen Sie in den Debreifings Ihre Meinung!

3. Sie bekommen so viel, wie Sie geben

Der zentrale Faktor einer erfolgreichen Lernreise ist das offene Teilen von Wissen. Beachten Sie, dass (auf Lernreisen) viele einzelne Personen Beiträge für Sie leisten, ohne dafür entlohnt zu werden. Teilen Sie mit Ihnen auch einige Ihrer eigenen Erfahrungen und geben Sie Ihnen Rückmeldungen zu Vorschlägen und Konzepten. Sie werden dafür entlohnt werden!

4. Die Vor- und Nachbereitung macht den Unterschied

Identifizieren Sie im Vorfeld jene Fragen,  die Sie erforschen möchten. Die Tage einer Lernreise sind für gewöhnlich lang und manchmal komplex, fußend auf verschiedenen Aktivitäten und Treffen mit unterschiedlichen Unternehmen und Personen. Unsere Ansprechpartner schätzen es, wenn wir pünktlich sind, und wenn Sie wissen, mit wem Sie es zu tun haben. Erst die Reflexion und die Transferarbeit mit etwas Abstand nach der Lernreise bringen jene Erkenntnisse, die bei der Umsetzung im Unternehmen den Unterschied machen.

5. Es macht Spaß. Viel Vergnügen!

Wir gehen zweckgebunden und mit klaren Zielen auf eine Lernreise. Vergessen Sie nicht, dass die größten Erkenntnisse meistens bei informellen Gesprächen in einer ungezwungenen Atmosphäre gewonnen werden. Haben Sie Spaß und lassen Sie auch Ihre Kollegen Spaß haben!

Details & Anmeldung

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